Juli/August Frank Bindig und BinAudio in der lokalen Tagespresse PDF Drucken E-Mail

aus dem Prignitzer...13/14August

EIN PERLEBERGER GIBT DEN TON AN

- Musiker Frank Bindig komponiert Erkennungsmelodien, wenn er nicht selbst auf oder hinter der Bühne steht -

 

Perleberg.

„Sie haben das Sekretariat im Kultur- Sport, - und Festspielhaus gewählt, dass zurzeit nicht besetzt ist“, sagt eine männliche Stimme am Ende des Telefonhörers, ruft man außerhalb der Öffnungszeiten an. Die Stimme gehört zu Frank Bindig, von Beruf Tontechniker aus Perleberg. Er verdient sein Geld unter anderem mit dem Komponieren dieser Erkennungsmelodien, spricht dazu Texte.

Frank Bindigs Dreh- und Angelpunkt ist die Musik in all ihren Formen. Ob einfache Melodien oder komplexe Stücke – der 30-Jährige kann aus allem etwas „Salonfähiges“ machen.

Eines seiner jüngsten Projekte ist der CJD-Song, der mit poppigem und eingängigen Rhythmen zu einem Erkennungsmerkmal der Einrichtung werden sollte. „Das war eine spannende Sache“, erinnert sich der Fachmann an die Anfänge der Zusammenarbeit. „Fertig waren eigentlich nur die Strophe, der Refrain und ein grundlegender Ablauf.“ Dazu habe er noch weitere Gitarren und Schlagzeug eingespielt. Zu hören ist auch ein Chor, der in Wirklichkeit aber keiner war, sagt Bindig. Die eingesungene Spur von drei oder vier Sängerinnen aus dem CJD habe er vervielfacht und Bindig verrät noch einen Trick: „In einem echten Chor gibt es auch immer eine schiefe Stimme, da die Saengerinnen kaum Fehler gemacht haben- habe ich die eingesungen.“ Zu hören ist das in dem Song aber kaum. Vieles habe er naturbelassen, wie er sagt. Das sei auch der Wunsch gewesen, genauso wie die Bitte, die Trommelgruppe in den Song zu integrieren. Das Ergebnis – ein zehnminütiger Song – kann sich hören lassen. „Es ist so schön, die Jugendlichen so dankbar zu sehen“, freut er sich über das Resultat.

Am liebsten jedoch steht er allerdings selbst hinter dem Bass und dem Mikrofon, manchmal auch hinter anderen Instrumenten, ist als ehemaliges Bandmitglied von The Dise,Nexus und Schmerz Patient kein Unbekannter in der Prignitz und darüber hinaus. Mit anderen Bands in denen er taetig war trat er auch vor tausenden Fans in ,Taiwan,China und suedkorea auf, „ein tolles Gefühl“, sagt er begeistert.

Heute ist er Mitglied der Bands „Mandados del Cielo“, was so viel heißt sie „Gesandte des Himmels“ das ist eine deutschlandweit agierende Deutschrockcoverband und der Band „Circles End“, deren Komponist er auch ist. Gefragt nach deren Musikstil sagt er „ausgefeilte klassische oder elektronische Arrangements und treibender harter Rock mit wechselndem Gesang“. Fast jedes Wochenende reist er durch Deutschland, steht bei Festivals + Konzerten auf der Bühne. Wenn nicht als Musiker, dann zumindest als Tontechniker, das heißt er stimmt vor einem Auftritt einer Band die Instrumente ein und sorgt für einen perfekten Klang. „Es gibt hier weit und breit wenige, die sich so intensiv mit den technischen Gegebenheiten komplexer Konzertbetreuungen auseinandersetzen .“ Selbstbewusste Worte von einem selbstbewussten Mann, der in der Prignitz immer seine Heimat gesehen hat. „Perleberg ist der Ort, der mich erdet.“

Von einer großen Bühne habe er geträumt seit ihn als kleiner Junge schon die Schallplatten seiner Eltern + seiner aelteren Schwester faszinierten und er später mit 17 Jahren sein erstes selbst geschriebenes Lied im Radio hörte. „Heute habe ich bereits mehr erreicht, als ich damals gedacht habe“, sagt er.

Gibt es noch etwas, wovon er träumt? „Ich suche noch nach einer anderen Art der Bestätigung, würde gerne irgendwann für meine eigene Musik einen Plattenvertrag unterschreiben.“ Und auch wenn er es nicht zugeben mag; In den Charts vertreten zu sein, wäre auch nicht schlecht....

Katarina Sass